Compute Grid

Projekt Rechengrid

Die Vision eines weltweiten Netzwerks, das verfügbare Rechenleistung für jeden "wie Strom aus der Steckdose" zugreifbar macht, wurde durch Foster und

Kesselman bereits 1999 in ihrem Buch "The Grid: Blueprint for a New Computing Infrastructure" vorgestellt. In der Realität existiert das Rechengrid jedoch auch heute noch nicht, obwohl vorhandene Middlewarelösungen wie Globus Toolkit oder Unicore den Zugriff auf Rechenkapazitäten an geographisch entfernten Rechenzentren erheblich vereinfacht haben.

Wünschenswert wäre jedoch eine vollständige Abstraktion des Vorgangs für den Benutzer: ein am lokalen Rechenzentrum vorgelegter Rechenjob sollte beliebige Kapazitäten anfordern können, solange diese irgendwo im Rechengrid vorhanden sind. Eine Verschiebung des Jobs zu den verfügbaren Rechenressourcen, die Berechnung sowie der anschließende Rücktransport der Ergebnisse zum lokalen Rechenzentrum sollten vollständig transparent für den Benutzer stattfinden.

Zur Umsetzung dieser Abstraktion wird ein sogenannter Meta-Scheduler benötigt, der oberhalb der lokalen Batch-Scheduler der Rechenzentren ansetzt und für die automatische Migration von Jobs zwischen den Zentren verantwortlich ist. Neben der Vereinfachung des Vorgangs für die Nutzer lassen sich durch einen solchen Ansatz noch weitere positive Nebeneffekte realisieren: eine Verbesserung der Ablaufzeiten der Jobs, ein Lastausgleich im Grid, ein Sicherheitsnetz für den Fall eines Ausfalls von Hardware, etc.

Ziel des Projekts Rechengrid sind der Entwurf und die Implementierung eines Meta-Schedulers, der im Rahmen des DEISA-Projekts (Distributed European Infrastructure for Supercomputing Applications) die Jobs zwischen 11 europäischen Hochleistungsrechenzentren vermitteln soll. Zu den zu lösenden Aufgaben gehören

  • das Design eines robusten, P2P-basierten Kommunikationsnetzwerks,
  • die Entwicklung eines effizienten Grid-Scheduling-Verfahrens,
  • Entwurf und Implementierung des Meta-Schedulers und
  • Tests der fertigen Softwarelösung unter realistischen Einsatzbedingungen.

Als Grundlage der Entwicklung dient die Open Grid Services Architecture (OGSA), welche standardisierte Schnittstellen für Web Services definiert, die auf den Grideinsatz ausgelegt sind. Die Beschränkung auf OGSA-kompatible Schnittstellen erlaubt den Einsatz des Meta-Schedulers sowohl mit dem aktuellen Globus Toolkit 4 als auch mit dem kommenden Unicore 6.

Preis erhalten

Artikel in der Goslarschen Zeitung vom 6.2.2008

Artikel_in_der_GZ.pdf

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. habil. Harald Richter
Tel: 05323/72-7170
Fax: 05323/72-7179
E-Mail: richter  at  in.tu-clausthal.de

Dr. Thomas Soddemann
Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft am
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Boltzmannstraße 2
D-85748 Garching
Tel: 089 / 32 99-26 94
Thomas.Soddemann  at  rzg.mpg.de

Dipl.-Inf. Janko Heilgeist
Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Boltzmannstraße 2
D-85748 Garching
Tel: 089 / 32 99-19 04
Janko.Heilgeist  at  rzg.mpg.de

 

 

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