EmployID

Projekt
Das Projekt EmployID zielt darauf ab die professional identity transformation in öffentlichen Arbeitsagenturen (PES) in Europa zu unterstützen. Für diese Unterstützung werden im Projekt unterschiedliche Ansätze gewählt:

Auf der Webseite des Projekts werden sowohl die Ziele des Projekts als auch die zugrundeliegende Theorie zu professional identity transformation ausführlicher erläutert. 

Das Projekt arbeitet eng mit unterschiedlichen Arbeitsagenturen in Europa zusammen. Drei Organisationen sind volle Mitglieder im Projekt: DWP (in Großbritannien), ZRSZ (in Slowenien) und HZZ (in Kroatien).

Die TU Clausthal leitet das Arbeitspaket zu Reflexion, Peer-Coaching und Kreativität.

Mithilfe von Methoden aus der Ethnographie haben wir Arbeitsbeobachtungen, Workshops und Interviews in unterschiedlichen Arbeitsagenturen in Europa durchgeführt, um sowohl den Kontext der Arbeit zu verstehen als auch potentielle Anknüpfungspunkte zur Unterstützung der professional identity transformation zu finden. Letztlich haben wir uns dazu entschlossen eine modulare Community of Practice Plattform zu entwerfen. Die Plattform soll die Entstehung einer community of practice unterstützen, und soll durch zusätzliche Funktionen auch (kollaborative) Reflexion am Arbeitsplatz unterstützen. Wir stützen unser Verständnis von Reflexion auf die Arbeit von Boud, der Reflexion als Zurückkehren zu vergangenen Erfahrungen, deren Neubewertung, um mit neuen Perspektiven oder Verhaltensweisen für zukünftige Aktionen, bezeichnet hat.

Reflective Learning Cycle by David Boud (1985)

Die Unterstützung von Reflexion ist aus Sicht des Arbeitgebers oft gewünscht, da Mitarbeiter so über ihre eigene Tätigkeiten und ihre eigene Praxis reflektieren, und daraus lernen können. Daher unterstützt unsere Community of Practice Plattform auch explizit die zur (kollaborativen) Reflexion dazugehörigen Schritte wie Austausch von Erfahrungen, gemeinsame Diskussion um aus den Erfahrungen zu Lernen, sodass weniger gute Ansätze verbessert werden können und gute Praktiken beibehalten und unterstützt werden.
Wir haben daher die Community of Pratice Plattform mit diversen Funktionen zur Reflexionsunterstützung angereichert, was wir letztlich als reflektive Community of Practice Plattform bezeichnen:

  • Anzeige von Prompts zu verschiedenen Aspekten von (kollaborativer) Reflexion (Konzeptpaper)
  • Unterstützung beim Fragen stellen
  • Markierung von qualitativ hochwertigen Beiträgen
  • Etc.

Alle genannten Funktionen sind als kleine Plug-Ins konzipiert, die leicht an- und abgeschaltet werden können. Dadurch erreichen wir eine sehr hohe Anpassbarkeit und Konfigurierbarkeit der Plattform an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Arbeitsagenturen im Projekt.

Startseite auf der reflektiven Community of Practice Plattform
Die Startseite beinhaltet unterschiedlichste Informationen, über das was in der letzten Zeit innerhalb der Community passiert ist: Kürzlich erstellte News, Themen und auch Beiträge die als besonders hilfreich markiert wurden. Unten auf der Startseite zeigen wir einen Prompt, der Nutzer dazu animieren soll Erfahrungen im Forum zu teilen. 

Unterstützung von Reflexion beim Teilen von Erfahrungen im Forum
Wenn Nutzer gerade einen Eintrag im Forum erstellen um bspw. persönliche Erfahrungen zu teilen, werden ebenfalls Prompts angezeigt. Diese weisen auf unterschiedliche Möglichkeiten hin , wie man den Beitrag strukturieren kann oder was im Beitrag noch ergänzt werden kann. Weiter unten erleichtern wir Nutzern das Stellen von vordefinierten und eigenen Fragen im Forum. Das Fragen stellen ist eine bewährte Form der Reflexionsunterstützung [Zhu 1996].

Visualisierung des persönlichen Netzwerks in der Community.
Wir haben ein Kartenplugin entwickelt, um Nutzern ihr persönliches Netzwerk, dass sie in der Community geknüpft haben, zu veranschaulichen. Es werden Informationen angezeigt, mit welchen anderen Nutzern man innerhalb der Diskussionen interagiert hat, wer auf die eigenen Beiträge reagiert hat, welche Nutzer die eigenen Beiträge als hilfreich markiert haben etc. Zusätzlich kann dieses Plug-In auch darstellen, in welcher Region welche Themen besonders stark diskutiert werden. Diese Funktionen sollen den Nutzern das Entdecken der Community erleichtern. Das Plug-In wurde im Rahmen einer Masterarbeit erstellt und eine Evaluation in einem Arbeitsplatzkontext steht noch aus. 

Grafische Darstellung der eigenen Rolle im Forum
Dieses Plug-In stellt grafisch dar, welche Rolle man im Forum inne hat: ob man eher ein Leser ist oder ob man eher fleißig eigene Beiträge erstellt. Das langfristige Ziel dieses Plug-Ins ist, dass es Nutzern hilft sich vom Rand der Community zum Kern der Community hinzubewegen  (basierend auf dem Konzept der peripheral participation von Lave & Wenger 1999). Das Plug-In soll Nutzern so den Einstieg in die Diskussion erleichtern. Nutzer bekommen Prompts auf Basis ihrer Rolle mit Vorschlägen, wie man sich in der Community beteiligen kann. Das Plug-In ist im Rahmen einer Bachelorarbeit entstanden und wird zur Zeit weiterentwickelt.

Die Evaluierung von textuellen Beiträgen bzw. die Erkennung von Reflexion z.B. in Onlineforen ist über die reine Erfassung von Zahlen wie Länge des Beitrags nur begrenzt durchführbar. Wir haben zur Evaluierung ein Schema zur manuellen Inhaltsanalyse für Reflexion erstellt, welches es Forschern erlaubt bestimmte Textphasen mit Aspekten der Reflexion (bspw. Konkrete Bezüge auf eigene Erfahrungen, was einer der Kernkonzepte von Reflexion ist) zu markieren. Die Arbeit an diesem Kodierschema hat bereits im MIRROR Projekt (http://mirror-project.eu) begonnen, und wurde jetzt in EmployID fortgesetzt (siehe Prilla et al., Prompting users to facilitate support needs in collaborative reflection, 2015). Das langfristige Forschungsziel ist hier eine automatisierte Inhaltsanalyse (beispielsweise auf entsprechenden Tools wie LIWC, oder auch mit Ansätzen im Bereich maschinellen Lernens), welches dann bei einer Echtzeitunterstützung von Nutzern helfen kann. Die Unterstützung kann dann automatisiert, dynamisch und personalisiert durch ein System gegeben werden und skaliert auch für große Nutzergruppen.

Wenn Sie Interesse an unserer reflektiven Community of Practice Plattform haben oder sich auch für die Inhaltsanalyse von Texten interessieren, kontaktieren sie uns. Wir stellen gerne einen Demo-Zugang für die Plattform bereit!

Das Projekt EmployID wird durch die Europäische Kommission gefördert (Nr. 619619) 


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Michael PrillaOliver Blunk

 

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